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Thema
Mobilität im Oktober
"Ihr
steht nicht im Stau, ihr seid der Stau!"
(Freundlicher Hinweis in großen Buchstaben auf einer Schallschutzwand
an der A1)
Nicht
zu spät meldete sich die BnaB-Redaktion aus der Sommerpause
zurück und verspricht für die nächsten Monate kontroverse
Gespräche zu interessanten Themen, jedoch zu neuen Sendeterminen.
"Bücher, nichts als Bücher" ist in Zukunft am
ersten Donnerstag des jeweiligen Monats nachmittags von 15.00-16.00
Uhr und am selben Tag abends von 19.00-20.00 Uhr zu sehen. Weiterhin
auf tv-münster, Kabelkanal 3. Gleich am 7. Oktober begannen
wir mit einer Sendung über "Mobilität". Gesprächsgast
war Herr Dr. Jürgen P. Rinderspacher.
 Mobilität
ist eine Grundvoraussetzung unseres Alltags. Auf vielen Ebenen sind
wir darauf angewiesen, mobil zu sein: Zur Arbeit, zu Freunden, zur
Familie. Einkommen, soziale Kontakte und ein Zuhause hängen
stark davon ab, mobil sein zu können. Verschärfend kommt
hinzu, dass dies alles ohne großen Zeitaufwand, ja sogar noch
mit einem Zeitgewinn erreicht werden soll. Die Folge: Der Zwang
zur Mobilität setzt uns permanent unter Zeitdruck. Und dieser
Druck hat einen psychologisch belastenden Effekt, der aus unruhigem
und dadurch zu kurzem Schlaf bestehen kann. Ist es schon nicht möglich,
im Alltagsstau Zeit zu gewinnen, so gelingt dies auch nicht mehr
nachts, weil der Wecker erbarmungslos neben dem Bett auf seinen
viel zu frühen Einsatz wartet. Weiter geht's: Schnell! Zurück
in den Stau. Wobei Zeitgewinn genauso eine Illusion ist wie Zeitverlust.
Mobilität
ist ein Versprechen der Wohlstandsgesellschaft, aber verlangt wird
dafür von jedem örtliche wie zeitliche Flexibilität.
Die Automobilindustrie hat davon in den letzten Jahrzehnten erheblich
profitiert. Die Werbung verspricht Autos, die alles unter ein Dach
bringen: Arbeit, Freunde, Familie, Prestige. Das Problem: Die Produkte
der Automobilindustrie bewegen sich nicht mehr, weil sich inzwischen
einfach zu viele davon bewegen wollen.
 Der
Trend geht außerdem zur Reparatur, da für immer Menschen
ein neues Auto zu teuer wird. Mobilität ist auch eine Frage
des Geldes. Die keines haben, sind nicht mobil, also auch nicht
flexibel, außer sie verzichten auf soziale Kontakte, Familie
etc. Dadurch haben sie weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Also
weniger Geld, sind also nicht flexibel und mobil. Stehen im Stau,
auf eine andere Art.
Literatur
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P. (Hrsg.) 1997: Zukunft. Über Konzepte und Methoden zeitlicher
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Geißler,
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B. 31-32, S. 7-12
Dominik,
Katja/Jünemann, Marc/Motte, Jan/Reinecke, Astrid (Hrsg.) 1999:
Angeworben, eingewandert, abgeschoben. Ein anderer Blick auf die
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Dampfboot)
Institut
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Sennett,
Richard 1998: Der flexible Mensch. Die Kultur des neuen Kapitalismus,
Berlin (Berlin Verlag)
Thompson,
Edward P. 1980: Zeit, Arbeitsdisziplin und Industriekapitalismus,
in: ders. Plebejische Kultur und moralische Ökonomie (Ullstein)
Wotschak,
Philip 1997: Zeit und Klasse. Soziale Ungleichheit im Licht moderner
Zeitstrukturen, Hamburg (VSA)
Zoll,
Rainer (Hrsg.) 1988: Zerstörung und Wiederaneignung von Zeit,
Frankfurt/M (Suhrkamp)
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